Nabelschnurblut

Nabelschnurblut - eine wertvolle Quelle!

Das Nabelschnurblut ist medizinisch hochinteressant, denn es weist eine hohe Konzentration an hämatopoetischen Stammzellen auf. Diese Stammzellen regen im Organismus die Blutbildung an und können Zellen regenerieren.

Potentielle Lebensretter

Stammzellen können lebensrettend sein, denn bei Blutbildungsstörungen wie Leukämien oder Anämien, aber auch bei Erkrankungen des Immunsystems lassen sich mithilfe von Nabelschnur-Stammzellen oft Therapieansätze finden. Die Forschung beschäftigt sich schon lange auch mit der Nutzung der mesenchymalen Zellen. Hier werden Therapieansätze u.a. zur Behandlung von Gelenkerkrankungen mit Stammzellen. Außerdem erhalten Stammzellen viel Kollagen und Hyaluron.

Einlagerung & SpEnde 

Die Nabelschnurblutbank Mannheim wurde 1996 gegründet und heißt heute Deutsche Stammzellspenderdatei Nabelschnurblut. Hier werden seitdem Nabelschnurbluttransplantate von unverwandten Spendern eingelagert.

Spende

Die Deutsche Stammzellspenderdatei Nabelschnurblut gehört zu den größten Nabelschnurblutbanken in Deutschland. Die Einlagerung ist kostenfrei. Es muss jedoch vor der Entbindung ein Spendekit bestellt werden. Einige Kliniken, die direkt mit der Spendedatei zusammenarbeiten haben bereits ein Kit im Kreissaal.  Für mehr Informationen hier klicken.

Die DKMS nimmt ebenfalls Spenden entgegen. Sie kooperiert aber nur mit einigen Kliniken. Hier ist der Link zu den Kliniken. Hier sind bereits Spendenkits in den Kliniken vorhanden. Für mehr Informationen bitte hier klicken.

Wichtig ist, dass man im Vorfeld (beim Eintreffen im Kreissaal) Bescheid sagt, dass man spenden oder einlagern möchte! Es müssen Vorbereitungen getroffen werden.

Einlagerung für Eigenbedarf

Wenn man für den Eigenbedarf Nabelschnurblut einlagern möchte, gibt es verschiedene kommerzielle Anbieter, bei denen man im Vorfeld ein Entnahmekit bestellen muss. Einer der größten Anbieter sind Vita34 und Eticur.

Die Einlagerungskosten variieren von Firma zu Firma, aber beginnen bei ca. 1000€ und gehen schnell bis 5000€. Diese Kosten werden nicht erstattet.

Vorteile

  1. Es ist leicht zu entnehmen. Die Entnahme ist einfach und schmerzfrei. Mutter und Kind merken fast gar nichts davon. Das Risiko für eine leichte Anämie beim Neugeborenen ist zwar etwas erhöht, für ein gesundes Kind ist dies aber keine ernste Gefährdung.
  2. Die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut sind sehr wachstumsfreudig und tolerant. Ihr Erbgut ist noch frei von Umweltschäden. Dadurch bieten sie ein großes Potential. Nach einer Transplantation attackieren sie zudem seltener die Zellen des Empfängers.
  3. Die Zellen bieten nicht nur Hilfe für das Kind aus dessen Nabelschnur sie entnommen wurden, sondern, falls privat eingelagert auch für Geschwister. Es besteht eine Chance von etwa 25 Prozent, dass sich das Blut für eine Transplantation eignet.

Limits

ABER man sollte bedenken, dass die Forschung an Nabelschnurblut bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist. Heute sind der Verwendung immer noch Grenzen gesetzt und eine Einlagerung ist auch immer ein Stück Wette auf die Zukunft.

 

  1. Das Nabelschnurblut wird nicht bei Leukämien im frühen Kindesalter eingesetzt. Erste Vorläuferzellen finden sich oft schon in der Nabelschnur, deshalb erhöht eine Eigenspende daher das Risiko eines Rückfalls.
  2. Erbkrankheiten können bisher nicht mit Stammzellen geheilt werden.
  3. Die Nabelschnur enthält nur wenig Blut. Das reicht für die Behandlung von Kindern, aber für ältere Teenager oder junge Erwachsene ist es in der Regel zu wenig. Diese brauchen meist noch eine zusätzliche Spende. Aber es wird an einem Verfahren zur Vermehrung von Zellen gearbeitet.

Nachteile

  1. Ein Nachteil ist, dass man die Nabelschnur nicht bei Geburt auspulsieren lassen kann. Ein spätes Abnabeln ist nicht möglich. Um genug Nabelschnurblut zu gewinnen (es ist immer ein Mindestmaß notwendig) muss recht zügig abgenabelt werden.
  2. Eine gewisse Unruhe kommt durch die Entnahme in den Geburtsprozess. Alles muss steril geschehen und das bedeutet, dass einige Schritte vorbereitet werden müssen. Gerade wenn eine Klinik nicht geübt in der Entnahme ist, kann dies ein Störfaktor sein.
  3. In der Notfallsituation und bei Kaiserschnitten ist eine Nabelschnurblutentnahme nur bedingt möglich. Hier zählt natürlich zuerst die Sicherheit von Mutter und Kind.

Die Entscheidung ist nicht leicht, es gibt kein Falsch und Richtig.  Jeder muss selbst sich informieren und entscheiden, was persönlich das Richtige ist.

 

June 2020 - Dr. Christine Krämer M.D.
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